Nachdem mein Mann eines regnerischen Montagmorgens vor ein paar Wochen ein etwas unangenehmes Zusammentreffen mit einem Angehörigen der örtlichen Streitkräfte hatte (die Autos trafen sich im Kreisverkehr und das Papa-Auto ist seitdem ein wirtschaftlicher Totalschaden), ist er auf der Suche nach einem neuen fahrbaren Untersatz. Zum Glück fährt der alte noch, denn diese Suche gestaltet sich schwieriger als gedacht. Der Gebrauchtwagen-Markt ist ja dank Abwrackprämie etwas am Ar*** und so mancher Schrotthändler hat schon Tränen in den Augen, welche hübschen Autos ihm da zum Verschrotten vorbeigebracht werden. Also gestaltet sich die „Neu“-Wagen-Suche etwas schwierig. Aber – Internet sei Dank- muss man auch nicht mehr stundenlang duch die Gegend fahren und sich Autos angucken (wobei ich das beim letzten Mal noch ganz witzig fand), sondern kann vom Sofa/von der Arbeit/vom Bett aus durch ganz Deutschland surfen. Dabei tun sich dann gelegentlich Abgründe auf: Lustige Mitmenschen, die das Geld nur auf Western Union überwiesen haben möchten (siehe auch hier: http://www.evz.de/UNIQ124526891003482/doc1110A.html9), Autos, die nicht den Beschreibungen entsprechen, Autos, die es so nicht gegeben hat- und immer wieder Autos, die es nicht mehr gibt, weil sie bereits verkauft wurden.
Da gab es einen Opel, der mit dem -anderen- neuen Besitzer vom Hof fuhr, während mein Mann noch mit dem – „dummerweise“ heruntergehandelten- Preis in bar auf den Hof fuhr. Da gab es einen VW, der abends neu eingestellt wurde und mit Ortsangabe im Internet stand- aber auf einem Bild war das Kennzeichen zu sehen. Das führte dazu, dass ein hartnäckiger Kaufinteressent wohl die halbe Nacht jede einzelne Straße nach dem Fahrzeug abgesucht hat (Einwohnerzahl: 165.000) und morgens früh dem Besitzer schon mit einem Bündel Scheine entgegenwinkte. Und da gab es einen ganz neu eingestellten Audi- als mein Mann eine halbe Stunde später dort anrief, war das Auto schon verkauft, weil jemand fünf Minuten früher schon mit dem Geld dort war. Unsere Fahrtzeit hätte eh zweieinhalb Stunden betragen…
Da wir ja noch etwas Zeit haben- immerhin fährt das Papa-Auto noch- sehen wir das Ganze noch relativ gelassen. Aber es ist schon interessant, was für ein „Subkultur“ sich da im Internet etabliert hat. Und mindestens genauso spannend ist das Verfolgen der verschiedenen Strategien, die auf einem anscheinend hart umkämpften Markt letztendlich zum Erfolg führen. Mein Mann stellt inzwischen am Telefon nur noch zwei Fragen, leider immer die selben: „Ist das Auto noch da?“ „Wie haben Sie es verkauft?“ – schon spannend, was man(n) da alles zu hören bekommt!
Morgen will zur Abwechslung dann mal mein Mann früh aufstehen, für einen Ford- wir sind ja lernfähig
. Drückt mal die Daumen, dass es klappt!
(Ich mag gar nicht dran denken, dass mir das Gleiche dann anschließend auch bevorsteht – eigentlich hätte nämlich ICH als Erste ein neues Auto bekommen, wenn sich da der Herr nicht vorgedrängelt hätte…..)